Der Tanz begann zur Jahrhundertwende. Seine Pioniere waren Isadora Duncan, Loie Fuller und Ruth St. Denis aus den USA. In Deutschland waren es Rudolf von Laban und Mary Wigman. Sie alle lehnten sich gegen die förmliche und steife Art des klassischen Tanzes auf. Sie ersuchten das Publikum, sich für eine neue Tanzart begeistern zu lassen.
Die bekannteste Vertreterin des Ausdruckstanzes war die Amerikanerin irischer Abstammung: Isadora Duncan. Sie versuchte, dem Tanz wieder seinen ursprünglichen spirituellen Sinn zu geben. Sie revoltierte gegen den „blutleer“ gewordenen akademischen Tanz. Isadora Duncan entsetzte und erfreute ihr Publikum, indem sie ihre Seele und ihren Körper entblösste und es den „freien Tanz“ nannte. Ihr Ziel war es, die Gefühle auf abstrakte Weise zu idealisieren, und sie unterstrich diese Absicht mit Musik seriöser Komponisten wie Gluck, Beethoven und Mozart. Es war Rudolf von Laban, der Isadora Duncans Gedanken in ernstzunehmende Theorien umwandelte. Labans Prinzipien von Raum, Zeit und Energie haben den später von den Amerikanern geprägten Ausdruckstanz auf fruchtbare Weise beeinflusst. Laban hat ein neues Element in den Tanz gebracht: das Philosophische. Die räumliche Entwicklung ist sein unvergänglicher Beitrag an das moderne Ballett. Er hatte wohl den grössten Einfluss auf die Durchsetzung des Ausdruckstanzes in Europa. 1910 gründete er in München eine Schule, in welcher Mary Wigman eine seiner Kursteilnehmerinnen war. Nach ihrem Studium bei Laban eröffnete Mary 1920 ihre eigene Schule in Dresden. Als dann die Schule von den Nazis geschlossen wurde, eröffnete sie 1948 die Schule neu in Berlin. Im Modernen Tanz werden die klassischen Modern Tanzstile - Limon, Graham, Horton - vermittelt. In diesen Stilrichtungen erfährt man den Körper ganzheitlich in Raum und Zeit. Isolation, Spiraldrehung, Kontraktion, Achsverschiebung, Schwünge und Sprünge werden trainiert um diese dann in Kombination und Improvisation anwenden zu können. Der Körper mit all seinen Möglichkeiten entdeckt und der Raum wird in Bewegungslinien erfahren. Dieser Tanz lebt von Spannung und Entspannung, runden fliessenden Bewegungen, vom Wechsel der Dynamik, Fallenlassen, Auffangen und körperlichem Ausdruck.